Weitere Abschaltungen auf Mittelwelle

In den nächsten Tagen werden weitere Sender (vorerst?) von der Mittelwelle verschwinden. Ab 27.06.2011 soll der dänische Sender Kalundborg (1062 kHz) verstummen. Ersatz soll die Langwellenfrequenz 243 kHz vom gleichen Standort sein. Derzeit gibt es auf der 250 kW starken 1062 kHz regelmässige Sondersendungen (Seewetterbericht, Nachrichten etc.), ausserhalb dieser Sondersendungen ist der Sender ausgeschaltet. In den vergangenen Jahren wurden auf dieser Frequenz die landesweiten Programme P3 bzw. P4 verbreitet. Welches Programm abgesehen von den Seewetterberichten künftig über die Langwellenfrequenz verbreitet werden soll ist unklar. Das öffentlich-rechtliche Klassikprogramm DR P2 verliert seine UKW-Kette. Vielleicht möchte man das wortlastige DR P1 (mit UKW-Kette) auf die 243 kHz schieben und die frei werdenden Frequenzen mit dem Klassikprogramm bestücken. Die 1062 kHz war/ist auch im Sommer tagsüber in weiten Teilen Norddeutschlands zu hören.

Am 01. Juli folgt der Sender Wachenbrunn in Thürigen. Dort wird derzeit MDR Info mit 20 kW ausgestrahlt. Zu DDR-Zeiten gehörte Wachbrunn zu den wichtigsten Standorten im Land. Neben den Inlandsprogrammen (Stimme der DDR, 882 kHz, 250 kW | Jugendradio DT64, 1044 kHz | Berliner Rundfunk, 1431 kHz, 20 kW) wurden von hier aus kurz vor der Wende im Herbst 1989 die Programme von Radio Moskau verbreitet (1323 kHz, 1000 kW). Der Mitteldeutsche Rundfunk verweist die Hörer auf die UKW-Frequenzen in Thüringen, auf die Leipziger Frequenz 783 kHz und auf DAB / DAB Plus. Vermutlich hängt die Abschaltung mit der Finanzierung von DAB Plus zusammen (soll im dritten Quartal 2011 nach Vorne getrieben werden). Die „Stimme Russlands“ (Nachfolger von Radio Moskau) sendet weiterhin mit 1000 kW auf 1323 kHz.

Last But Not Least mehren sich die Stimmen über eine bevorstehende Abschaltung der Luxemburger Mittelwellenfrequenz 1440 kHz. Laut dem verlinkten Artikel denken sowohl der Luxemburger Arbeitsminister Nicolas Schmit als auch der „Chief Executive Officer“ des Betreibers „Broadcasting Center Europe (BCE) Alain Flammang darüber nach „die Sendeanlage in Marnach auf absehbare Zeit zu schließen“. Hintergrund sind hier (offiziell) die Klagen der Anwohner über Störungen durch die Sendeanlage. Allerdings wird sich der Betrieb vor dem Hintergrund der immer geringer werdenden Nutzung der Mittelwelle (vmtl. auch verursacht durch die zahlreichen Störungen durch elektronische Geräte, W-LAN etc.) nicht mehr lohnen. Die 1440 kHz gehörte lange zu den wichtigsten Mittelwellenfrequenzen in Europa. Über diese Frequenz wurde mit 1200 kW tagsüber das deutschsprachige Programm von Radio Luxemburg verbreitet, abends gab es u.a. englischsprachige Sendungen. Die Beliebtheit ging sogar so weit, dass Radios mit einer „Luxemburg-Taste“ oder einem kleinen „L“ auf der Skala produziert wurden. Aktuell arbeitet der Sender mit 300 bzw. 600 kW. Neben RTL Radio werden hier Sendungen von China RadioInternational sowie religiöse Programme verbreitet.

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